Dieser Blog ist insofern anders als alle meine anderen, als daß eine persönliche Erfahrung nicht nur den Anlaß bildet, sondern gleich das Thema selbst in voller Blüte repräsentiert. Eine subjektiv anmutende Schlagseite ist deswegen unvermeidlich. Was aber an der objektiven Wirklichkeit als Zeitdokument nichts ändert. Das leicht Paradoxe dieser Sätze wird sich beim Lesen lichten.
Jeder hat bestimmt schon einmal vom berühmt berüchtigten „Schatten“ der Psyche gehört. Zur Auffrischung: Der Schatten ist ein Konzept von C. G. Jung, mit dem er Teile der Persönlichkeit beschreibt, die als unvereinbar mit dem Selbstbild vom Bewußtsein abgespalten werden: Verleugnete authentische Wünsche, versteckte Scham über eigene Handlungen, Ängste, die man hat, aber sich nicht eingesteht und ähnliche, bei nüchternem Tageslicht eher unangenehme Dinge. Je nach Person kann der Schatten jede mögliche Gestalt annehmen – deswegen gebe ich jetzt auch zunächst keine Beispiele –, das Entscheidende ist aber, daß es sich um Aspekte handelt, die man bei sich selbst nicht wahrhaben will und die man deswegen in einen geheimen seelischen Kerker verbannt.
Das solcherart Verleugnete existiert aber natürlich trotzdem weiterhin und wartet nur auf eine passende Gelegenheit, um aktiviert und sozusagen befreit zu werden. Oft ist der Trigger für den eigenen abgespaltenen Persönlichkeitsanteil ein anderer Mensch, der als Verkörperung dessen, was man bei sich selbst unbewußt befürchtet, verachtet oder erträumt, auf den ersten Blick völlig irrationale Aversionen auslösen kann. Das heißt, statt in den psychischen Spiegel zu schauen und sich mit den oft durchaus dämonischen Seiten des eigenen Lebens mutig auseinanderzusetzen, werden diese verdrängten Inhalte völlig unbewußt auf andere projiziert und dort entweder offen oder passiv aggressiv bekämpft. Typisch ist auch, daß die Personen, auf die der Schatten projiziert wird, in der Regel überhaupt nichts besonders Negatives dafür zu tun brauchen, es reicht oft ihre bloße Existenz als Auslöser von Unbehagen.
Das ist so im Groben skizziert, frei nach C. G. Jung, der Schatten der Psyche und seine allseits beliebte Projektion auf andere Menschen.
Das praktisch Interessante an diesem Konzept ist, daß es Phänomene erklärbar macht, die mit gesundem Menschenverstand alleine oft überhaupt nicht verständlich sind. Womit ich zum eigentlichen Thema dieses Blogs komme, nämlich einem Rätsel, eine für mich wirklich harte Nuß, an der ich mir jahrzehntelang die Zähne ausgebissen habe. Ich habe nämlich nie verstanden, warum in der literarischen Welt einerseits praktisch jeder beim ersten Kontakt positiv die besondere Qualität meiner Sprache und meines Stils wahrgenommen hat, anderseits es immer nur eine Frage der Zeit war, bis ich von den gleichen Leuten – Verlegern, Agenten, Journalisten, anderen Autoren, politisch links, rechts, anarchistisch, konservativ, völlig egal – vollständig geghostet wurde. Es war und ist ein sehr seltsamer Dualismus aus echtem Respekt und aalglatt ungreifbarer Ablehnung, der sich bis zum heutigen Tage in endlosen Variationen wiederholt.
Als anekdotisches Beispiel, damit man ein Gefühl für die Situation bekommt: Als mein erstes Buch „Zeichendämmerung“ bei Suhrkamp verlegt wurde, damals noch zumindest ein bißchen der heilige Gral der deutschen Literatur, führte mich der Verleger im Haus herum und stellte mich vom Pförtner bis zum Geschäftsführer als neuen vielversprechenden Autor vor. Ein paar Monate später auf der Buchmesse, wo das Buch eigentlich als Neuerscheinung herauskam, begleitet von sehr positiven und auch sehr negativen Rezensionen – das kommerzielle Ideal also –, wechselte der gleiche Verleger ohne jede Erklärung kein Wort mehr mit mir und das Buch war am Verlagsstand nicht präsent.
Dieses krasse Ghosten nach anfänglicher Euphorie sollte das Leitmotiv meiner professionellen literarischen Kontakte darstellen und sich noch viele Male ähnlich wiederholen. Naiverweise nahm ich die plötzliche und später permanente Ablehnung als Indiz dafür, daß irgendetwas mit mir oder meiner Sprache nicht kompatibel zur Gegenwart sei. Ich betrachtete es also als mein subjektives Problem. Ein Problem allerdings, was mich nicht besonders bekümmerte: Am Ende des Tages war ich mehr von der Leidenschaft getrieben, gute Texte zu erschaffen und betrachtete offizielle Anerkennung letztlich eher als netten Bonus, beziehungsweise im Grunde als eigentlich selbstverständlichen Nebeneffekt (so kann man sich täuschen….)– , aber nie würde ich mir die Stirn aufritzen oder ein Ohr abschneiden, um damit öffentliche Aufmerksamkeit und vielleicht Erfolg zu erreichen. Der Weg – Meisterwerke zumindest versuchen zu schreiben – war und ist das Ziel gewesen; intuitiver Buddhismus, mit einer zusätzlichen Prise klassischen Preußentums: Mehr Sein als Scheinen, in der kompromißlosen, auf Status und Image pfeifenden Variante.
Als also ein Agent mich im Laufe der Jahre hämisch fragte, ob ich noch schreiben würde oder ein Verleger sich abfällig über meine langen Sätze äußerte – ganz ähnlich wie Kaiser Joseph sich einst über Mozarts „zu viele Noten“ mokierte – oder eine Programmdirektorin mir statt des vom Verleger zugesicherten Vertrags die Frage servierte, ob ich eigentlich meine Storys selbst realistisch finden würde –, perlten all diese abwertenden Spitzen an meiner Psyche relativ verletzungsfrei ab. Ich war hart im Nehmen. Natürlich war der soziale Status als Autor „Draußen vor der Tür“ eher unwirtlich; Taxifahren, statt Vorschüsse oder Honorare aus Buchverkäufen von der Bank abzuheben, war nicht ideal, aber um mich zu wiederholen: Im Ernstfall fand ich es nicht allzu sehr der Rede oder des Jammerns Wert. Ich betrachtete es als subjektiv zu bezahlenden Preis für den eigenen Weg.
Das tue ich immer noch; der Unterschied ist nur, daß ich jetzt mithilfe des „Schattens“ besser verstehe, was vor sich geht und ging. Bevor ich diese späte und mich selbst erstaunende Einsicht aber konkret teile, möchte ich auf einen verständlichen Einwand eingehen: Daß es eigentlich keines „Schattens“ als Erklärung bedarf, sondern daß es schon immer Autoren gab, die jenseits des öffentlichen Radars ihre Kreise zogen – manche seien einfach zu schwierig, zu introvertiert, zu wenig kommerziell, es gebe tausend rationale Gründe. Schon deshalb, weil ich das ja selbst lange so gesehen habe, stoppe ich hier kurz für einen überprüfenden Check dieses auf den ersten Blick plausibel scheinenden Arguments. Ich beschränke mich dabei allerdings nur stellvertretend auf einen dieser „tausend Gründe“, da sonst dieser Nebenschauplatz zu sehr ausufert.
Einer der häufigsten und alltäglichsten Einwände, mit denen man Autoren ablehnenderweise kommen kann, ganz ohne „Schatten“, ist von Verleger- oder Agentenseite der Spruch: „Das kauft keiner“. Es ist auch insofern eine beliebte Floskel, weil sie als Prognose für die Zukunft in der Gegenwart nicht wirklich widerlegbar, sehr flexibel adjustierbar ist, aber trotzdem die Aura einer seriösen Einschätzung verbreitet. Aber selbstverständlich ist es ein respektvolles Argument, denn Verlage können natürlich nicht von der Liebe zum Wort alleine leben, sondern letztlich nur von Verkäufen.
Ich habe nun im Laufe meines Weges die unterschiedlichsten Texte geschrieben, das inhaltliche Netz meiner Bücher ist immer sehr weit ausgeworfen, was praktisch heißt, daß potentiell die unterschiedlichsten Leser als „Beifang“ meiner Werke enden könnten. Das ist insofern wichtig, weil es bedeutet, daß ich weder thematisch noch stilistisch Nischenliteratur produziere, die nur ein paar eingefleischte Fans interessiert. Kommerziell und völlig nüchtern betrachtet ist also meine Literatur strukturell kein Dealbreaker, eher im Gegenteil.
Die meisten dürften die wenigsten meiner Bücher gelesen haben, da sie in den letzten, inzwischen schon 15 Jahren als literarische Notwehrreaktion hauptsächlich selbstverlegt und daher ohne Medienecho erschienen sind; – deswegen ein kurzes, keineswegs vollständiges Themenpanorama, damit man sich zumindest ein vages Bild machen kann. Sonst wird es zu abstrakt. Beispielsweise also der Roman „Letzte Obsession“ (mit einem klassischen Decamerone-Setting: Leute erzählen sich gegenseitig Storys, fokussiert auf den Sinn des Lebens), also vom Ansatz recht spirituell und literarisch orientiert. Nach einem weiteren Roman wechselte ich die Gangart und schrieb ein sehr bekenntnishaft realistisches Manuskript über den Zerfall einer Liebesbeziehung, mit speziellem Fokus auf die Auswirkungen von sexuellem Mißbrauch in der Kindheit auf das Leben von Erwachsenen. „Spam aus der Kindheit“. Recht rücksichtslos persönlich. Es folgte ein Text, wo die nachts im Taxi im Radio zufällig gehörte Musik bei den Fahrgästen assoziativ Erinnerungen und damit verbundene aufwühlende Geschichten wachrief. Stilistisch eine sehr spezielle Mischung aus dem Einfluß des Unbewußten, gespiegelt durch Musik und dem nüchternen Realismus von Berlin bei Nacht. Das war „Nachtmusik“. Dann gibt es eine Novelle über einen Yogalehrer, der beim Hören von „Minor Swing“ aus dem Kopfstand fällt, weil die Musik ein Kindheitstrauma triggert. Eine von der französischen Sängerin Zaz inspirierte Figur sorgt für zusätzliche Furore, zeitgenössische Phänomene wie Yoga und „Aufstellungen“ und transgenerationale Traumata werden reflektiert und beschrieben. „Die eigene Stimme ist die fremde“. – Und so weiter, könnte ich hinzufügen, denn das ist nur eine spontane, nicht einmal repräsentative Auswahl.
All diesen sehr unterschiedlichen Werken ist jedenfalls gemeinsam, abgesehen natürlich von ihrer Unbekanntheit, daß sie nicht in irgendeinem Elfenbeinturm geschrieben worden sind, also keine Berührungsängste mit der Welt haben. Die Sprache hat, trotz der Dichte und auch gerade deswegen, einen Flow, der keineswegs den Leser abweist, sondern mitzieht. Was sie allerdings noch gemeinsam haben, ist, daß sie sich auf eine sehr extreme Weise der Einordnung in Schubladen entziehen. Oder wie ein Agent es mal ausdrückte: „Ihr Problem ist, daß die Buchhändler nicht wissen, welches Label sie Ihnen auf die Stirn pappen können, in welches Regal Sie gehören“.
Was allerdings genau meine Qualität ausmacht. Das ist bei allen echten Dichtern schon immer so gewesen und wird auch immer so sein, daß sie konventionelle Vorgaben transzendieren, ob mit oder ohne Absicht. Was also nebenbei das authentische Label wäre. Aber ich verstehe natürlich, was er meinte: Jedes Buch, jeder Autor braucht kommerziell einen Aufhänger, damit die Leute wissen, warum sie ihn (generisches Maskulinum, Autorinnen also inklusive, für all die sexuell überdrehten Freaks da draußen) überhaupt kaufen und lesen sollen. Der Agent sah nur das sichtbar leuchtende Zeichen auf meiner Stirn nicht, weil er es offenbar noch nie in seinem Leben zuvor in dieser Form gesehen hatte.
An dieser Stelle bitte ich, kurz zu verharren und folgenden springenden Punkt meditativ auf sich wirken zu lassen: Wenn von professioneller Seite das „Label“ für kommerziellen Erfolg mindestens genau so wichtig ist wie der Text selbst – was oberflächlich mit Sicherheit so ist – , dann folgt daraus logisch, daß es niemals nur um reine Texte geht, sondern darum, welches Image sich im Sinne einer Marke mit ihnen und dem Autor verbinden läßt. Der kommerzielle Aspekt wird also mit dem psychologischen verschmolzen, denn Image ist ja nichts anderes als das psychisch bewertete Bild von einer Person. So weit so bekannt und für Profis eher banal.
Meditiert man aber noch ein bißchen länger darüber, könnte folgende Erkenntnis aufdämmern: Genau an dieser Stelle, wo das Image des Autors ins Spiel kommt, also die psychologische Reaktion auf ihn oder sie und diese Stelle kommt früher oder später immer, öffnet sich potentiell die Tür zum Schatten. Sperrangelweit oder nur ein bißchen, manchmal natürlich auch gar nicht. Und zwar zum Schatten derjenigen, die als erste professionellen Kontakt mit dem Autor haben: Verleger, Lektoren, Agenten.
Das ist oft dann kein Problem, wenn der Schatten insofern positiver Art ist, als daß der Verleger etwa seine eigenen verdrängten Ambitionen auf literarischen Ruhm auf seine Autoren outgesourct hat. Solange er diese Übertragung von Schicksal nicht bewußt reflektiert, ist es zwar psychologisch immer noch der aktivierte Schatten, aber zunächst jedenfalls kein feindseliger. Oder wenn der ausgelöste Schatten zwar negativ aufgeladen ist, also der Autor und/oder seine Texte beispielsweise alkoholabhängig, geldgeil oder sexsüchtig sind und damit möglicherweise verdrängte Seiten im Umfeld getriggert werden, so läßt sich darüber zwar prima aufregen, aber es bleibt noch im konventionellen Rahmen und tut nicht wirklich weh. Eher im Gegenteil: Autoren, die die Klischees des Anstößigen oder Obsessiven bedienen, lassen sich zumindest kurzfristig recht gut vermarkten.
Aber dann gibt es noch den getriggerten Schatten im eigentlichen Sinn, wo der Spaß gänzlich aufhört, weil wirklich eine tiefe psychische Wunde erneut anfängt, lebensgefährlich fürs Selbstbild zu bluten.
Und hier komme ich jetzt wider Willen ins Spiel. Denn genau jene eine, eigentlich unschuldige, geradezu naive Seite, die ich hier schon mehrfach beiläufig erwähnt habe, daß ich nicht von außen gesteuert schreibe, sondern unmanipulierbar meinem eigenen Stern folge – viel klassischer kann man als Autor übrigens kaum sein –, ist ein psychischer Schlag in die Magengrube des gegenwärtigen Zeitgeistes und seiner Vertreter in den Medien. Denn es entwertet deren imaginierte und fürs oft schwache Selbstbild unentbehrliche soziale und kulturelle Wichtigkeit komplett, wenn jemand echte und nicht nur herausposaunte innere Unabhängigkeit verkörpert, im schöpferischen Sinne vollkommen autark ist.
Für narzißtische Charaktere, die von der mitmenschlichen Spiegelung ihrer Großartigkeit leben, und davon gibt es an den einflußreichen Schaltstellen in Politik und Kultur scheinbar recht viele – anders dürfte man auch selten in solche Positionen gelangen –, ist jeder potentielle Bedeutungsverlust eine echte Bedrohung und keineswegs eine Lappalie. Und nichts ist dann bedrohlicher als ein Autor, der in dieses Hamsterrad aus gegenseitigen neurotischen Bespiegelungen gar nicht erst einsteigt, sondern von vornherein nicht mitspielt.
Eine dafür typische Situation ereignete sich einmal in Frankfurt während der Buchmesse. Eine Verlegerin kritisierte, schon leicht betrunken und mit einer befreundeten Journalistin beim Wein auf irgendeinem großen Verlagsempfang zusammensitzend, ein Manuskript von mir und wollte, daß ich es umschreibe. Eben jene „Zeichendämmerung“, die dann später woanders rauskam. Ich antwortete, daß ich Details immer korrigieren würde, aber wenn ihr das Ganze nicht wirklich gefiele, sei für mich eine Zusammenarbeit sinnlos. Eigentlich nachvollziehbar simpel. Woraufhin sie erwiderte, daß sie nicht ihre Aufgabe darin sehe, Manuskripte zum Drucker zu tragen. Was zwar ausdrucksmäßig durchaus einen Sinn für Humor, aber eben auch eine blinde Egozentrik offenbarte, da sie nicht das Wesentliche meiner Haltung reflektierte, das da war, daß für mich die Qualität meines Manuskriptes im Ernstfall nicht von ihrem Urteil abhing. Diese für halbwegs souveräne Autoren eigentlich fast selbstverständliche Tatsache ist aber natürlich für jedes narzißtische Bewußtsein völlig untragbar, da sie dessen imaginierte Dominanz nicht anerkennt. Meine einfachen Worte machten dann auch noch Jahrzehnte später als arrogantes Verhalten die Runde, was den Mechanismus der Projektion sehr schön veranschaulicht.
Der Schatten, den also ein solcher Autor wie ich triggert, manchmal sogar in Lichtgeschwindigkeit und wortlos, ist der verdrängte, aber psychisch dominierende Narzißmus der Gegenwart. Jemand, der sichtbar nicht von positiver Bespiegelung abhängig ist, bringt allein durch seine Existenz dann das ganze Kartenhaus der fragilen Persönlichkeiten zum Einsturz. Die einzige Möglichkeit, dies zu vermeiden, ist dann die Vermeidung des Triggers, also des Kontaktes, also der Person. Ob durch Ghosten oder rationalisierte Abwertungen aller Art ist am Ende gleichgültig, das ist dann nur die mehr oder weniger zufällige Erscheinungsform der Abwehr. Wichtig ist nur, daß die psychische „Kontaminierung“ abgeblockt wird und dadurch das künstliche Selbstbild zumindest temporär geschützt bleibt. Früher oder später bricht jede falsche Größe zwar sowieso in sich zusammen, aber diese Tatsache zu verdrängen, gehört zur narzißtischen Illusion natürlich dazu.
Mir ist schon klar, daß der behauptete narzißtische Schatten der Gegenwart als psychologisches Modell dafür, warum ich als Autor konstant totschweigenden Aversionen ausgesetzt bin, witzigerweise selbst als narzißtische Reaktion, diesmal meinerseits, gekennzeichnet werden könnte. Und überhaupt sehr weit hergeholt scheint. Es gibt jedoch einen recht einfachen Test, um den inhaltlichen Kern dieses Blogs zu überprüfen: Je stärker die wahrgenommene Qualität meiner Texte, desto wahrscheinlicher ist die Existenz des Schattens, da Qualität objektiv viel zu selten ist, um links liegen gelassen zu werden. Je schwächer wiederum meine sprachliche Begabung erscheint, desto unwahrscheinlicher der Schatten als Erklärung für Ablehnung; denn man muß ja nicht jeden Mist veröffentlichen.
So kann sich also nun jeder, der auch nur eine Seite von mir gelesen hat, auf dem Bildschirm oder auf Papier, leicht selbst ein Bild davon machen, ob meine sprachliche Qualität Einbildung oder Wirklichkeit ist, ob sie Widerwillen erzeugt oder Lust auf Lesen macht. Und dann entscheiden, ob C. G. Jungs verdunkelnder „Schatten“ tatsächlich auf mich als Autor fällt oder nicht.
PS: Hier noch ein Link zu einem Videoclip, der Jungs Konzept des Schattens erstaunlich gut rüberbringt. Obwohl das Video KI-generiert ist, hat es mir tatsächlich den letzten Schubs gegeben hat, diesen Blog zu schreiben. Ich bin offenbar doch ganz ein Kind unserer Zeit.